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Orientalische Hornisse landet auf Ihnen: Diese eine Reaktion schützt am besten vor einem Stich

Ein großes rotbraunes Insekt auf dem Arm, und die Hand will zuschlagen: Genau das sollten Sie lassen. Warum Stillhalten am besten schützt und was Sie über die neue Hornissenart wissen sollten.

Eine Hornisse sitzt auf dem Unterarm einer Frau an einem Tisch im Freien, ein Mann neben ihr beobachtet die Szene ruhig
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • Landet eine Hornisse auf Ihnen: stillhalten, nicht schlagen, nicht pusten und abwarten, bis sie von selbst wegfliegt.
  • Die Orientalische Hornisse breitet sich am Mittelmeer aus, in Mannheim wurde 2024 ein einzelnes Tier gefunden.
  • Nester nicht selbst entfernen, mehrere Meter Abstand halten und ungewöhnliche Hornissen mit Foto melden.
  • Atemnot, Schwellungen in Mund oder Rachen oder Kreislaufprobleme nach einem Stich: sofort die 112 wählen.
Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist die Orientalische Hornisse und wo lebt sie?
  2. Die eine Reaktion, die am besten vor einem Stich schützt
  3. Orientalisch, asiatisch oder heimisch: So unterscheiden Sie die Hornissen
  4. Nest entdeckt oder ungewöhnliche Hornisse gesehen?
  5. Wenn es doch passiert: Erste Hilfe bei einem Stich
  6. Fazit
  7. Häufige Fragen

Sie sitzen auf einer Terrasse in Südfrankreich oder an der spanischen Küste, vor Ihnen ein kühles Getränk, und plötzlich landet ein großes, rotbraunes Insekt auf Ihrem Unterarm. Der erste Impuls ist bei fast allen Menschen gleich: wegschlagen, wegwischen, aufspringen.

Genau diese Reaktion führt allerdings am ehesten zu einem Stich. Das Tier auf Ihrem Arm könnte eine Orientalische Hornisse sein, eine Art, die sich seit einigen Jahren im Mittelmeerraum ausbreitet und 2024 erstmals auch in Deutschland nachgewiesen wurde.

Die gute Nachricht: Die richtige Reaktion ist einfach, und sie hilft bei allen Hornissen und Wespen gleichermaßen.

Was ist die Orientalische Hornisse und wo lebt sie?

Die Orientalische Hornisse, wissenschaftlich Vespa orientalis, ist ursprünglich von Südosteuropa und Nordafrika über den Nahen und Mittleren Osten verbreitet. 2021 wurde in Marseille eine eingeschleppte Population entdeckt. Seitdem breitet sich die Art im Mittelmeerraum weiter aus, unter anderem in Spanien, auch auf Mallorca. Wer dort Urlaub macht, kann ihr also durchaus begegnen, etwa beim Essen im Freien oder auf einer Reise mit dem Wohnmobil durch Spanien.

Der erste Nachweis in Deutschland

Am 31. August 2024 wurde die Orientalische Hornisse erstmals in Deutschland nachgewiesen: ein einzelnes Tier in einem Garten in Mannheim. Gemeldet wurde der Fund über das Meldeportal NABU-naturgucker. Bemerkenswert daran ist, dass eine Bestimmungs-App das Tier zunächst fälschlich als Asiatische Hornisse eingeordnet hatte.

Eine Ausbreitung in Deutschland ist bisher nicht belegt. Bei ungewöhnlichen Hornissen genauer hinzusehen, lohnt sich trotzdem.

Die eine Reaktion, die am besten vor einem Stich schützt

Hornissen und Wespen stechen in aller Regel nicht aus Angriffslust, sondern zur Verteidigung. Ein Tier, das auf Ihrer Haut landet, sucht meist nach Nahrung, Feuchtigkeit oder einem Rastplatz. Heikel wird es vor allem dann, wenn es sich bedroht fühlt oder eingeklemmt wird. Deshalb lautet die wichtigste Regel: Ruhe bewahren und das Tier von selbst gehen lassen.

So gehen Sie konkret vor:

  1. Stillhalten: Unterdrücken Sie den Reflex, zu schlagen oder zu wischen, und atmen Sie ruhig weiter.
  2. Nicht anpusten: Das Kohlendioxid in der Atemluft gilt für Wespen und Hornissen als Alarmsignal und kann sie eher reizen als vertreiben.
  3. Abwarten: Meist fliegt das Tier nach kurzer Zeit von selbst weiter.
  4. Langsam bewegen: Bleibt es sitzen, neigen Sie den Arm ganz langsam, bis es abhebt.
  5. Ruhig Abstand gewinnen: Ist das Tier weg, gehen Sie gemächlich zur Seite, statt davonzurennen.

Manchmal liest man den Rat, die andere Hand als Ausweichfläche danebenzuhalten. Damit bringen Sie aber nur eine weitere Hautstelle in Reichweite. Sicherer ist es, dem Tier einfach Zeit zu lassen.

Hilfreich ist, den Ablauf vorher einmal im Kopf durchzuspielen, mit Kindern am besten schon vor dem Urlaub.

Orientalisch, asiatisch oder heimisch: So unterscheiden Sie die Hornissen

Hornissen werden leicht verwechselt, und der Fall aus Mannheim zeigt, dass selbst Apps danebenliegen können. Grob lassen sich die drei Arten so auseinanderhalten:

ArtAussehenWas Sie wissen sollten
Orientalische Hornisse (Vespa orientalis)überwiegend rotbraun, gelbe Binden am Hinterleibin Deutschland 2024 erstmals nachgewiesen, Funde bitte melden
Europäische Hornisse (Vespa crabro)Vorderkörper rotbraun und schwarz, Hinterleib überwiegend gelb mit schwarzer Zeichnungheimisch, besonders geschützt, gilt als friedlich
Asiatische Hornisse (Vespa velutina)überwiegend dunkel, fast schwarz, Beine mit gelben Endeninvasiv, seit 2014 in Deutschland nachgewiesen

Die heimische Europäische Hornisse ist unsere größte Wespenart und deutlich friedlicher als ihr Ruf. Sie steht unter besonderem Schutz: Tiere dürfen nicht getötet und Nester nicht ohne Genehmigung entfernt werden. Der alte Spruch, wenige Hornissenstiche könnten einen Menschen töten, ist ein Mythos. Für Menschen ohne Insektengiftallergie ist ein Stich schmerzhaft, in der Regel aber nicht gefährlicher als ein Wespenstich.

Bei uns im Breisgau brummen im Spätsommer regelmäßig Hornissen um das Fallobst unter dem alten Apfelbaum. Seit dem Fund in Mannheim, also ebenfalls in Baden-Württemberg, schaue ich bei rotbraunen Besuchern ein zweites Mal hin. Bisher waren es immer unsere heimischen Hornissen, und die interessieren sich deutlich mehr für die Äpfel als für uns.

Nest entdeckt oder ungewöhnliche Hornisse gesehen?

Besonders verteidigungsbereit sind Hornissen in der Nähe ihres Nestes. Halten Sie deshalb mehrere Meter Abstand, vermeiden Sie Erschütterungen und stellen Sie sich nicht in die Flugbahn vor dem Einflugloch. Ein Nest sollten Sie niemals selbst entfernen, ausräuchern oder mit Wasser bekämpfen. Das ist gefährlich und bei der geschützten Europäischen Hornisse zudem verboten.

Stört ein Nest wirklich, etwa direkt neben der Haustür, wenden Sie sich an Fachleute oder an die zuständige Naturschutzbehörde. Dort weiß man, ob ein Umsiedeln nötig und erlaubt ist. Oft reicht es aber schon, den Bereich für den Rest der Saison zu meiden, denn die Völker der Europäischen Hornisse sterben im Herbst ab, nur die jungen Königinnen überwintern.

So melden Sie einen ungewöhnlichen Fund

Sehen Sie eine Hornisse, die Ihnen ungewöhnlich vorkommt, ist ein gutes Foto die wichtigste Hilfe:

  • Fotografieren Sie das Tier aus sicherer Entfernung, möglichst so, dass Färbung und Zeichnung gut zu erkennen sind.
  • Fangen oder erschlagen Sie es nicht: Das erhöht das Stichrisiko, und es könnte eine geschützte heimische Hornisse sein.
  • Notieren Sie Datum und Ort.
  • Melden Sie den Fund über das Meldeportal Ihres Bundeslandes oder über NABU-naturgucker.

Wenn es doch passiert: Erste Hilfe bei einem Stich

Ein Hornissenstich tut weh, die Stelle rötet sich und schwillt an. Anders als Bienen verlieren Wespen und Hornissen ihren Stachel in der Regel nicht, Sie müssen also nichts herausziehen. Kühlen Sie die Stelle, etwa mit einem in ein Tuch gewickelten Kühlpack. Wird die Schwellung sehr groß, breitet sich die Rötung aus oder wird es nach einigen Tagen nicht besser, lassen Sie das ärztlich abklären.

Die 112 gilt in der gesamten EU, also auch im Urlaub in Frankreich oder Spanien. Bei einem Stich im Mund hilft es bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, Eis zu lutschen und den Hals von außen zu kühlen. Wer weiß, dass er auf Insektengift allergisch reagiert, sollte sein ärztlich verordnetes Notfallset immer dabeihaben, auch auf der Terrasse und im Urlaubsgepäck, und es wie ärztlich besprochen anwenden.

Fazit

Landet eine Hornisse auf Ihnen, ist Stillhalten die beste Reaktion: nicht schlagen, nicht pusten, abwarten und den Arm höchstens ganz langsam neigen. Das gilt für die Orientalische Hornisse genauso wie für die heimische Hornisse und für Wespen.

Die Orientalische Hornisse ist in Deutschland bislang eine Ausnahme, am Mittelmeer aber zunehmend anzutreffen. Wer sie erkennt, Abstand zu Nestern hält und ungewöhnliche Funde mit Foto meldet, tut schon alles Nötige. Wie bei den Spinnen im Haus gilt auch hier: Gelassenheit schützt meist besser als Panik.

Häufige Fragen

Ist die Orientalische Hornisse gefährlicher als unsere heimische Hornisse?

Für den Umgang mit ihr gelten dieselben Grundregeln wie bei anderen Hornissen: Sie sticht vor allem, wenn sie sich bedroht fühlt oder ihr Nest verteidigt. Für Menschen ohne Allergie ist ein einzelner Stich schmerzhaft, aber in der Regel nicht lebensgefährlich. Bei einer Insektengiftallergie oder einem Stich im Mund kann jedoch jeder Stich zum Notfall werden.

Gibt es die Orientalische Hornisse schon in Deutschland?

Der erste Nachweis stammt vom 31. August 2024, es handelte sich um ein einzelnes Tier in einem Garten in Mannheim. Eine Ausbreitung in Deutschland ist bisher nicht belegt. Wer eine auffällig rotbraune Hornisse mit gelben Binden sieht, sollte sie fotografieren und den Fund melden.

Darf man ein Hornissennest im Garten selbst entfernen?

Davon ist dringend abzuraten. Die Europäische Hornisse ist besonders geschützt, ihr Nest darf nicht ohne Genehmigung entfernt werden, und bei jeder Art ist das Risiko vieler Stiche groß. Fachleute oder die zuständige Naturschutzbehörde können einschätzen, was zu tun ist.

Quellen und Hintergrund

  • NABU: Hornissen und Wespen, richtiges Verhalten und Schutz
  • NABU-naturgucker: Erstnachweis der Orientalischen Hornisse in Deutschland
  • Bundesartenschutzverordnung: Schutzstatus der Europäischen Hornisse

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 5. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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