Garten & Pflanzen

Geranien überwintern: 3 Methoden, mit denen sie im nächsten Jahr wieder blühen

Geranien müssen im Herbst nicht auf den Kompost. Mit der passenden Methode überstehen sie den Winter gut, und im nächsten Jahr blühen Ihre Balkonkästen wieder.

Frau topft in einem hellen Gartenschuppen rote Geranien um und schneidet die Triebe mit einer Gartenschere zurück
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • Geranien, botanisch Pelargonien, sind nicht frosthart und sollten vor dem ersten Frost ins Haus.
  • Hell bei etwa 5 bis 10 Grad, dunkel im kühlen Keller oder wurzelnackt aufgehängt: Alle drei Wege können klappen.
  • Im Winterquartier sparsam gießen und nicht düngen, zu viel Nässe schadet mehr als Trockenheit.
  • Im Februar oder März heller und wärmer stellen, ins Freie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum Geranien vor dem Frost ins Haus müssen
  2. So bereiten Sie die Pflanzen auf den Winter vor
  3. Drei Methoden, die sich bewährt haben
  4. Die drei Methoden im Vergleich
  5. Bonus: Neue Pflanzen aus Stecklingen
  6. Im Spätwinter: So starten Ihre Geranien in die neue Saison
  7. Fazit
  8. Häufige Fragen

Ein Blick auf den Wetterbericht im Oktober genügt: Bald sind die ersten Nachtfröste möglich. Für Geranien auf Balkon und Terrasse endet damit die Zeit draußen. Viele kaufen im Frühjahr einfach neue Pflanzen, doch das muss nicht sein.

Geranien lassen sich mit erstaunlich wenig Aufwand überwintern. Ob im hellen Treppenhaus, im dunklen Keller oder ganz traditionell kopfüber aufgehängt: Welche Methode passt, hängt vor allem davon ab, wie viel Platz Sie haben und wie hell und kühl er ist.

Hier finden Sie alle drei Wege im Überblick, dazu einen kleinen Bonus zum Vermehren.

Warum Geranien vor dem Frost ins Haus müssen

Was im Alltag Geranien heißt, sind botanisch Pelargonien. Die eigentlichen Geranien sind die Storchschnäbel, die oft als winterharte Stauden im Beet wachsen. Pelargonien dagegen stammen ursprünglich überwiegend aus dem südlichen Afrika und sind nicht frosthart.

Schon leichter Frost kann Blätter und Triebe schädigen, längere Frostperioden überstehen die Pflanzen in der Regel nicht. Holen Sie Ihre Geranien deshalb herein, bevor der erste Frost kommt. In vielen Regionen ist das im Oktober der Fall, in milden Lagen manchmal erst später. Was im Herbst sonst noch ansteht, lesen Sie in der Übersicht Gartenarbeit im Oktober.

So bereiten Sie die Pflanzen auf den Winter vor

Etwas Vorarbeit erhöht die Chance, dass Ihre Geranien gesund durch den Winter kommen:

  • Welkes entfernen: Zupfen Sie welke Blätter und verblühte Blüten ab. Im Winterquartier faulen oder schimmeln sie sonst leicht.
  • Auf Schädlinge prüfen: Schauen Sie sich Blattunterseiten und Triebspitzen genau an, etwa auf Blattläuse oder Weiße Fliege. Stark befallene oder kranke Pflanzen nehmen Sie besser nicht mit, damit sich Schädlinge und Pilze nicht ausbreiten.
  • Gießen einstellen: Stellen Sie das Gießen wenige Tage vor dem Einräumen ein. Abgetrocknete Erde lässt sich auch besser abschütteln, falls Sie wurzelnackt überwintern.

Drei Methoden, die sich bewährt haben

Methode 1: Hell und kühl als Topfpflanze

Diese Methode gilt als besonders schonend, weil die Pflanzen ihre Blätter behalten. Ideal ist ein heller, kühler und frostfreier Platz mit etwa 5 bis 10 Grad, zum Beispiel ein unbeheiztes Treppenhaus mit Fenster, ein kühles Gästezimmer, ein heller Kellerraum oder ein nur frostfrei gehaltener Wintergarten.

  1. Kürzen Sie die Triebe um etwa ein Drittel ein.
  2. Stellen Sie die Pflanzen im Topf oder Kasten an den hellen Platz.
  3. Gießen Sie sparsam: Die Erde darf zwischendurch fast trocken werden, der Wurzelballen sollte aber nicht völlig austrocknen.
  4. Düngen Sie bis zum Frühjahr nicht.

Ein normal geheiztes Wohnzimmer ist dafür zu warm. Und ähnlich wie bei Zimmerpflanzen im Herbst gilt: Weniger Licht bedeutet weniger Wasserbedarf.

Bei uns überwintern die Geranien aus den Blumenkästen an der Terrasse im Treppenabgang zum Keller, wo ein kleines Fenster etwas Licht hereinlässt. Weil ich dort jeden Tag vorbeilaufe, sehe ich schnell, wenn die Erde zu trocken wird. Ehrlich gesagt bekommen sie von mir eher zu wenig Aufmerksamkeit als zu viel, und genau das scheint ihnen gut zu bekommen.

Methode 2: Dunkel und kühl im Keller

Fehlt ein heller Platz, geht es auch dunkel. Je dunkler der Raum, desto kühler sollte er sein, damit die Pflanzen nicht austreiben. Gut geeignet ist ein frostfreier Keller mit Temperaturen um 5 Grad, ein warmer Heizungskeller dagegen nicht.

  • Schneiden Sie die Pflanzen kräftig zurück, in der Regel auf etwa 10 bis 15 Zentimeter.
  • Entfernen Sie die restlichen Blätter weitgehend, denn im Dunkeln fallen sie ohnehin ab und können faulen.
  • Halten Sie die Erde fast trocken und geben Sie nur ab und zu ein wenig Wasser, damit die Wurzeln nicht vertrocknen.
  • Schauen Sie regelmäßig nach Fäulnis oder Schimmel und schneiden Sie betroffene Stellen ab.

Methode 3: Wurzelnackt und kopfüber aufgehängt

Diese traditionelle Methode kennen viele noch von früher. Sie spart viel Platz, ist aber riskanter als die Überwinterung im Topf: Nicht jede Pflanze treibt im Frühjahr wieder aus.

  1. Nehmen Sie die Pflanze aus Topf oder Kasten und schütteln Sie die Erde gründlich ab.
  2. Schneiden Sie die Triebe kräftig zurück und entfernen Sie die Blätter weitgehend.
  3. Hängen Sie die Pflanzen einzeln oder locker gebündelt kopfüber in einem kühlen, dunklen und frostfreien Raum auf, etwa im Keller.
  4. Kontrollieren Sie die Pflanzen ab und zu. Schrumpeln die Triebe stark, können Sie die Wurzeln kurz in Wasser tauchen.

Die drei Methoden im Vergleich

Die Angaben sind Richtwerte. Entscheidend ist: Es muss frostfrei bleiben, und je dunkler der Platz, desto kühler.

MethodeOrtTemperaturGießenAufwand
Hell und kühlheller, unbeheizter Raum, Treppenhaus, Wintergartenetwa 5 bis 10 Gradsparsam, Erde zwischendurch fast trockenmittel, braucht Platz am Fenster
Dunkel und kühldunkler Keller, frostfreier Abstellraumfrostfrei, möglichst um 5 Gradsehr wenig, Ballen fast trockengering, kräftiger Rückschnitt nötig
Wurzelnackt hängendkühler, dunkler Kellerfrostfrei, möglichst um 5 Gradnicht gießen, Wurzeln bei Bedarf kurz wässerngering, wenig Platz, höheres Ausfallrisiko

Bonus: Neue Pflanzen aus Stecklingen

Wer wenig Platz hat oder eine schöne Sorte vermehren möchte, kann Stecklinge ziehen. Am besten gelingt das im Spätsommer, etwa im August oder September. Im Oktober ist es dafür schon recht spät, ein Versuch an einem hellen Platz kann sich aber lohnen. Alternativ schneiden Sie im Spätwinter Stecklinge von den überwinterten Pflanzen.

  • Schneiden Sie etwa 8 bis 10 Zentimeter lange Triebspitzen ohne Blüten knapp unter einem Blattknoten ab.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter und eventuelle Blütenknospen.
  • Stecken Sie die Stecklinge in kleine Töpfe mit Anzuchterde und halten Sie diese nur mäßig feucht.
  • Eine Folienabdeckung brauchen Geranienstecklinge meist nicht, bei zu feuchter Luft faulen sie eher.

Die bewurzelten Jungpflanzen überwintern hell und kühl, etwa auf der Fensterbank eines wenig geheizten Raums.

Im Spätwinter: So starten Ihre Geranien in die neue Saison

Im Februar oder März beginnt die neue Saison. Stellen Sie die Pflanzen dann heller und etwas wärmer, Geranien aus dem dunklen Keller aber nicht sofort in die pralle Sonne.

  1. Zurückschneiden: Kürzen Sie lange, dünne Triebe und entfernen Sie abgestorbene Teile. Pro Trieb sollten einige Blattknoten stehen bleiben.
  2. Umtopfen: Setzen Sie die Pflanzen in frische Erde. Bei wurzelnackt überwinterten Geranien schneiden Sie vertrocknete Wurzelteile vorher ab.
  3. Gießen und düngen: Gießen Sie langsam mehr, sobald sich neue Blätter zeigen. Mit dem Austrieb gibt es auch wieder Dünger.
  4. Geduldig bleiben: Ins Freie kommen Geranien erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, denn bis dahin sind in vielen Regionen noch Nachtfröste möglich. An milden Tagen können Sie sie vorher stundenweise hinausstellen, damit sie sich an Sonne und Wind gewöhnen.

Fazit

Geranien zu überwintern ist kein Hexenwerk. Mit einem hellen, kühlen Platz fahren Sie im Topf am sichersten, ein frostfreier Keller funktioniert mit kräftigem Rückschnitt ebenfalls, und das Aufhängen spart Platz, wenn Sie kleine Ausfälle in Kauf nehmen.

Wichtig sind vor allem drei Dinge: rechtzeitig vor dem Frost einräumen, im Winter wenig gießen und im Frühjahr bis nach den Eisheiligen Geduld haben. Dann stehen die Chancen gut, dass Ihre Balkonkästen im nächsten Jahr wieder leuchten.

Häufige Fragen

Kann man Geranien im warmen Wohnzimmer überwintern?

Möglich ist es, ideal ist es nicht. Bei Zimmertemperatur wachsen die Pflanzen weiter, bekommen im Winter aber zu wenig Licht und bilden lange, blasse Triebe. Wenn es nicht anders geht, wählen Sie den hellsten Platz und schneiden im Frühjahr kräftig zurück.

Ist es normal, dass Geranien im Winter gelbe Blätter bekommen?

Ein paar gelbe Blätter sind normal, denn die Pflanzen stellen sich auf weniger Licht ein und werfen ältere Blätter ab. Werden viele Blätter gleichzeitig gelb oder weich, ist oft zu viel Wasser im Spiel. Lassen Sie die Erde dann stärker abtrocknen und entfernen Sie welke Blätter regelmäßig.

Lohnt sich das Überwintern überhaupt?

Meist ja, vor allem bei kräftigen älteren Pflanzen oder Sorten, an denen Sie hängen. Überwinterte Geranien gehen im Frühjahr mit einem gut entwickelten Wurzelballen in die Saison. Außerdem sparen Sie sich den Neukauf und vermeiden Abfall.

Quellen und Hintergrund

  • Gartenakademien der Bundesländer: Überwinterung von Kübelpflanzen und Balkonpflanzen
  • Deutscher Wetterdienst: Nachtfrost und Eisheilige
  • Gartenbauliche Fachliteratur: Kultur und Vermehrung von Pelargonien

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 2. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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