Haushalt & Wohnen

Waschmaschine riecht muffig? So wird sie in 4 Schritten wieder frisch

Die Wäsche kommt sauber aus der Trommel und riecht trotzdem leicht muffig? Meist steckt ein Belag in der Maschine dahinter. Mit vier Schritten bekommen Sie ihn in den Griff.

Junger Mann kniet vor einer Frontlader-Waschmaschine und wischt die Gummidichtung an der Tür mit einem Tuch aus
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • Häufiges Waschen bei niedrigen Temperaturen ohne Bleiche begünstigt einen muffig riechenden Biofilm.
  • Gummimanschette, Waschmittelfach und Flusensieb sind die wichtigsten Stellen für die Reinigung.
  • Ein Leerwaschgang bei 60 oder 90 Grad mit Vollwaschmittel in Pulverform hilft gegen Gerüche.
  • Tür und Waschmittelfach nach dem Waschen offen lassen, damit alles gut trocknen kann.
Inhalt dieses Artikels
  1. Woher kommt der muffige Geruch?
  2. Schritt 1 und 2: Manschette und Waschmittelfach säubern
  3. Schritt 3: Flusensieb und Fremdkörperfalle leeren
  4. Schritt 4: Heißer Leerwaschgang mit Vollwaschmittel
  5. So bleibt die Maschine dauerhaft frisch
  6. Fazit
  7. Häufige Fragen

Frisch gewaschen und trotzdem nicht frisch: Wenn Handtücher nach dem Trocknen leicht nach Keller riechen oder beim Öffnen der Maschinentür ein muffiger Hauch entgegenkommt, liegt das selten am Waschmittel. Meist sitzt das Problem in der Waschmaschine selbst.

Waschmaschinen sind warm, feucht und dunkel, und jede Woche landen in ihnen Hautschuppen, Fasern und Waschmittelreste. Für Bakterien und Pilze ist das ein gedeckter Tisch. Mit etwas Pflege lässt sich das aber gut in den Griff bekommen, und zwar ohne teure Spezialprodukte.

Woher kommt der muffige Geruch?

Der Geruch entsteht in der Regel durch einen sogenannten Biofilm: eine schmierige Schicht aus Mikroorganismen und Rückständen. Sie bildet sich bevorzugt dort, wo es selten richtig heiß wird und lange feucht bleibt. Dazu tragen mehrere Gewohnheiten bei, die für sich genommen durchaus vernünftig sind:

  • Waschen bei niedrigen Temperaturen: 30 oder 40 Grad sparen Energie und schonen die Wäsche, reichen aber oft nicht aus, um Keime im Gerät in Schach zu halten.
  • Flüssig- und Colorwaschmittel: Sie enthalten in der Regel keine Bleiche. Vollwaschmittel in Pulverform dagegen schon, und diese Bleiche wirkt auch gegen Keime.
  • Tür und Fach geschlossen: Bleiben sie nach dem Waschen zu, kann die Restfeuchte nicht entweichen.
  • Zu viel Waschmittel oder Weichspüler: Rückstände lagern sich ab und bieten Mikroorganismen zusätzliche Nahrung.

Der Belag zeigt sich meist an drei Stellen: in den Falten der Gummimanschette, im Waschmittelfach samt seinem Schacht und im Flusensieb. Genau dort setzen die ersten drei Schritte an, der vierte kümmert sich um das Innere, das Sie von Hand nicht erreichen.

Schritt 1 und 2: Manschette und Waschmittelfach säubern

Die Gummimanschette gründlich reinigen

Ziehen Sie die Gummidichtung an der Tür vorsichtig auseinander und schauen Sie in die Falten. Häufig finden sich dort Haare, Flusen, Taschentuchreste und ein grauer oder schwarzer, schmieriger Belag. Wischen Sie alles mit einem Tuch und warmem Wasser mit etwas Spülmittel aus, für enge Stellen eignet sich eine alte Zahnbürste. Zum Schluss die Manschette trocken reiben.

Bleiben dunkle Flecken trotz gründlicher Reinigung im Gummi zurück, haben sich Schimmelpilze möglicherweise schon ins Material gesetzt. Dann kann es sinnvoll sein, beim Kundendienst nachzufragen, ob sich die Manschette tauschen lässt.

Das Waschmittelfach herausnehmen und säubern

Das Waschmittelfach lässt sich bei den meisten Maschinen komplett herausziehen, oft über eine kleine Entriegelung im Fach. Wie das bei Ihrem Modell funktioniert, steht in der Bedienungsanleitung. Weichen Sie das Fach in warmem Wasser ein und schrubben Sie Kammern und Weichspülereinsatz mit einer Bürste.

Vergessen Sie dabei nicht den Schacht, in dem das Fach steckt. Mit einer Taschenlampe entdecken Sie an dessen Oberseite oft dunkle Beläge, die sich mit einer Flaschenbürste oder Zahnbürste erreichen lassen. Danach alles abtrocknen und das Fach wieder einsetzen.

Schritt 3: Flusensieb und Fremdkörperfalle leeren

Das Flusensieb, oft auch Fremdkörperfalle genannt, sitzt meist unten vorn hinter einer kleinen Klappe. Dort sammeln sich Münzen, Haarklammern, Knöpfe und Fusseln. Sie können das Abpumpen behindern, und das stehende Restwasser riecht mit der Zeit ebenfalls unangenehm.

So gehen Sie anschließend vor:

  • Klappe öffnen. Hat Ihre Maschine einen kleinen Notentleerungsschlauch, lassen Sie das Restwasser zuerst darüber in das Gefäß ablaufen.
  • Das Sieb langsam gegen den Uhrzeigersinn aufdrehen und das restliche Wasser auffangen.
  • Fremdkörper entfernen, das Sieb unter fließendem Wasser ausspülen und die Öffnung mit einem Tuch auswischen.
  • Sieb wieder fest eindrehen und bei der nächsten Wäsche kurz prüfen, ob die Stelle dicht bleibt.

Seit Frieda bei uns lebt, landen deutlich mehr Hundedecken in der Maschine und im Flusensieb erstaunlich viel Hundehaar. Ich leere es deshalb inzwischen alle paar Wochen statt wie früher nur zweimal im Jahr. Und weil Kater Moritz offene Trommeln für gemütliche Höhlen hält, schaue ich vor jedem Waschgang kurz hinein.

Schritt 4: Heißer Leerwaschgang mit Vollwaschmittel

Jetzt ist das Innere dran, also Trommel, Laugenbehälter und Schläuche, die Sie von Hand nicht erreichen. Dafür eignet sich ein Waschgang ohne Wäsche bei 60 oder 90 Grad mit einer kleinen Menge Vollwaschmittel in Pulverform. Die enthaltene Bleiche und die hohe Temperatur setzen dem Biofilm zu. Manche Maschinen haben dafür auch ein eigenes Programm zur Trommelreinigung, Hinweise dazu stehen in der Anleitung.

Sind die Gerüche hartnäckig, können Sie den Leerwaschgang wiederholen. Essig ist dafür übrigens keine gute Idee, weil Säure auf Dauer Gummidichtungen angreifen kann. Welche Hausmittel wofür taugen, lesen Sie im Beitrag über Natron, Soda und Zitronensäure.

Nach dem Waschgang bleiben Tür und Waschmittelfach offen, damit Trommel und Dichtungen vollständig trocknen können. Damit ist die Grundreinigung geschafft.

So bleibt die Maschine dauerhaft frisch

Nach der Grundreinigung entscheiden ein paar einfache Gewohnheiten darüber, ob der Geruch zurückkehrt:

  • Ab und zu bei 60 Grad mit Vollwaschmittel waschen, zum Beispiel Handtücher, Bettwäsche oder Geschirrtücher.
  • Waschmittel nach Wasserhärte und Verschmutzungsgrad dosieren, nicht nach Gefühl.
  • Weichspüler sparsam einsetzen oder ganz weglassen.
  • Nasse Wäsche zügig herausnehmen und nicht stundenlang in der Trommel liegen lassen.
  • Tür und Waschmittelfach nach dem Waschen offen lassen.

Steht die Maschine in einem kleinen, schlecht belüfteten Raum, hilft regelmäßiges Lüften zusätzlich, so wie es auch beim richtigen Stoßlüften im Herbst beschrieben ist. Wer kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt hat, lehnt die Tür besser nur an und wirft vor jedem Start einen Blick in die Trommel.

Fazit

Ein muffiger Geruch ist kein Grund, die Waschmaschine abzuschreiben. Mit vier Schritten, also Manschette reinigen, Waschmittelfach säubern, Flusensieb leeren und einen heißen Leerwaschgang mit Pulverwaschmittel starten, bekommen Sie das Problem in den meisten Fällen gut in den Griff.

Damit es so bleibt, helfen kleine Routinen: gelegentlich bei 60 Grad waschen, sparsam dosieren und die Maschine nach dem Waschen offen lassen. Das ist wenig Aufwand für spürbar frischere Wäsche.

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Waschmaschine gereinigt werden?

Manschette und Waschmittelfach vertragen alle paar Wochen eine kurze Reinigung, das Flusensieb nach den Angaben in der Bedienungsanleitung. Ein heißer Leerwaschgang ist vor allem dann sinnvoll, wenn es riecht oder lange nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen wurde.

Braucht man einen speziellen Maschinenreiniger?

Meist nicht, denn ein Leerwaschgang bei hoher Temperatur mit Vollwaschmittel in Pulverform reicht in vielen Fällen aus. Spezialreiniger können eine Ergänzung sein, sollten aber nur genau nach Gebrauchsanweisung verwendet werden.

Was tun, wenn es trotz Reinigung weiter muffig riecht?

Dann kann die Ursache auch außerhalb der Maschine liegen, etwa im Abfluss oder Siphon, an den der Ablaufschlauch angeschlossen ist. Prüfen Sie außerdem, ob die Wäsche nach dem Waschen schnell genug trocknet. Hilft das alles nicht, sind Kundendienst oder eine Fachfirma die richtige Adresse.

Quellen und Hintergrund

  • Verbraucherzentrale: Waschmaschine pflegen und unangenehme Gerüche vermeiden
  • Umweltbundesamt: Tipps zum umweltbewussten Waschen

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 2. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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