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Backofen: Mit diesen 6 Tricks sparen Sie bei jedem Backen Strom

Auflauf, Ofengemüse, Sonntagsbraten: Im Herbst läuft der Backofen wieder öfter. Mit sechs einfachen Gewohnheiten sparen Sie bei jedem Backen Strom, ohne auf Ihre Lieblingsgerichte zu verzichten.

Frau blickt durch die Glastür eines Backofens auf ein Backblech mit buntem Ofengemüse
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den meisten Gerichten ist Vorheizen überflüssig, Ausnahmen sind etwa Biskuit, Brot und Blätterteig.
  • Mit Umluft reicht meist eine um etwa 20 Grad niedrigere Temperatur als bei Ober- und Unterhitze.
  • Schalten Sie den Ofen einige Minuten vor Ende aus und lassen Sie die Restwärme weiterarbeiten.
  • Für kleine Portionen sind Mikrowelle, Heißluftfritteuse oder Toaster oft sparsamer als der große Ofen.
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum der Backofen so viel Energie braucht
  2. Vor dem Backen: Ohne Vorheizen und mit Umluft
  3. Während des Backens: Restwärme nutzen und Tür zu
  4. Kleine Mengen und gute Pflege
  5. Rechenbeispiel: Was bringen die Tricks im Jahr?
  6. Fazit
  7. Häufige Fragen

Draußen wird es früher dunkel, drinnen läuft der Backofen wieder öfter: Ofengemüse, Aufläufe, am Wochenende vielleicht ein Braten oder ein Kuchen. Gemütlich ist das allemal. Günstig ist es nicht unbedingt, denn der Ofen muss jedes Mal einen ganzen Garraum samt Blechen und Wänden aufheizen.

Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich bei fast jedem Backen Strom sparen, ohne neue Geräte und ohne Abstriche beim Geschmack. Hier sind sechs Tricks, die sich im Alltag leicht umsetzen lassen, und ein Rechenbeispiel, was das übers Jahr bringen kann.

Warum der Backofen so viel Energie braucht

Ein Backofen arbeitet anders als eine Herdplatte. Die Wärme muss nicht nur ins Essen, sondern zuerst in die Luft im Garraum, in die Wände, in Roste und Bleche. Ein Teil davon geht über Tür, Dichtung und Gehäuse wieder verloren.

Daraus ergeben sich drei Ansatzpunkte: weniger unnötig aufheizen, die Wärme besser nutzen und möglichst wenig davon entweichen lassen.

Vor dem Backen: Ohne Vorheizen und mit Umluft

1. Verzichten Sie aufs Vorheizen

In vielen Rezepten steht es fast automatisch: Ofen vorheizen. Bei den meisten Gerichten ist das aber nicht nötig. Aufläufe, Gratins, Ofengemüse, Ofenkartoffeln, Schmorgerichte oder Braten können Sie in den kalten Ofen stellen. Sie garen dann einfach mit, während der Ofen auf Temperatur kommt. Rechnen Sie ein paar Minuten mehr Backzeit ein und machen Sie zum Schluss die Garprobe.

Vorheizen lohnt sich dagegen in diesen Fällen:

  • Biskuit und andere empfindliche Teige: Sie brauchen sofort die richtige Hitze, damit sie gleichmäßig aufgehen.
  • Brot: Für Kruste und Volumen ist ein kräftiger Hitzeschub zu Beginn wichtig.
  • Blätterteig: Er geht bei hoher Anfangshitze am besten schön blättrig auf.
  • Sehr kurze Backzeiten: Bei Plätzchen oder Flammkuchen würde die Aufheizphase einen großen Teil der Backzeit ausmachen.

2. Nutzen Sie Umluft statt Ober- und Unterhitze

Bei Umluft oder Heißluft (die Bezeichnung hängt vom Hersteller ab) verteilt ein Ventilator die warme Luft im Garraum. Die Wärme kommt dadurch gleichmäßiger am Essen an. Als Faustregel gilt: Stellen Sie etwa 20 Grad weniger ein, als das Rezept für Ober- und Unterhitze angibt. Aus 200 Grad werden also rund 180 Grad.

Ein weiterer Vorteil: Mit Umluft können Sie mehrere Bleche gleichzeitig backen, etwa Plätzchen auf zwei Ebenen oder Ofengemüse und Kartoffeln zusammen. Ein Durchgang statt zwei spart Energie. Für manche Rezepte kann Ober- und Unterhitze trotzdem die bessere Wahl sein, die Bedienungsanleitung Ihres Ofens gibt dazu meist Hinweise.

Bei uns im Breisgau gehört im Herbst Flammkuchen einfach dazu, und mit zwei hungrigen Teenagern geht es dabei um Mengen. Weil er kurz und sehr heiß gebacken wird, heize ich dafür weiterhin vor. Früher kam aber ein Blech nach dem anderen in den Ofen, heute backe ich zwei Bleche gleichzeitig mit Umluft, und alle sitzen endlich zur selben Zeit am Tisch.

Während des Backens: Restwärme nutzen und Tür zu

3. Nutzen Sie die Restwärme

Ein Backofen bleibt nach dem Ausschalten noch eine ganze Weile heiß. Diese Wärme können Sie nutzen: Schalten Sie den Ofen bei Gerichten mit längerer Garzeit einige Minuten vor Ende aus, je nach Gericht etwa fünf bis zehn Minuten. Aufläufe, Braten oder Ofengemüse garen in der Restwärme in der Regel gut fertig.

Bei Biskuit oder Brot, die bis zum Schluss gleichmäßige Hitze brauchen, verzichten Sie besser darauf. Auch nach dem Backen ist die Wärme nicht verloren: Im ausgeschalteten Ofen können Sie Teller anwärmen oder Essen warm halten, bis alle am Tisch sitzen.

4. Lassen Sie die Tür geschlossen

Jedes Öffnen der Ofentür lässt heiße Luft entweichen. Der Ofen muss die verlorene Wärme danach wieder nachheizen, und die Backzeit kann sich verlängern. Werfen Sie deshalb lieber einen Blick durch die Glastür und schalten Sie bei Bedarf kurz die Backofenlampe ein. Öffnen Sie die Tür erst, wenn wirklich etwas zu tun ist, etwa für die Garprobe oder zum Wenden, und schließen Sie sie dann zügig wieder.

Kleine Mengen und gute Pflege

5. Nehmen Sie für kleine Mengen ein kleineres Gerät

Für zwei Brötchen, eine Portion Reste oder ein paar Pommes den großen Backofen anzuwerfen, lohnt sich selten. Mikrowelle, Heißluftfritteuse oder Toaster sind bei kleinen Mengen oft sparsamer, weil sie einen viel kleineren Raum aufheizen oder die Wärme direkt ins Essen bringen. Brötchen lassen sich zum Beispiel auf dem Brötchenaufsatz vieler Toaster aufbacken, Reste vom Vortag werden in der Mikrowelle schnell warm.

Wie viel Sie tatsächlich sparen, hängt von Gerät, Menge und Gericht ab. Bei großen Mengen oder mehreren Durchgängen nacheinander kann der Backofen wieder die bessere Wahl sein. Ein zusätzliches Gerät lohnt sich vor allem dann, wenn Sie es auch regelmäßig nutzen.

6. Halten Sie den Ofen sauber und prüfen Sie die Dichtung

Die Dichtung rund um die Ofentür sorgt dafür, dass die Wärme im Garraum bleibt. Schauen Sie sie sich ab und zu genau an: Ist sie rissig, porös oder verhärtet oder hat sie sich stellenweise gelöst, kann warme Luft entweichen. Ersatzdichtungen gibt es für viele Geräte über den Kundendienst oder den Fachhandel.

Auch Sauberkeit zahlt sich aus. Eingebrannte Fettreste können beim nächsten Backen qualmen und unangenehm riechen, und durch eine saubere Glastür sehen Sie, wie weit Ihr Essen ist, ohne die Tür zu öffnen. Für Verkrustungen an der Tür eignet sich eine Paste aus Natron und etwas Wasser, mehr dazu im Beitrag zu Natron, Soda und Zitronensäure.

Und noch ein kleiner Handgriff: Nehmen Sie Backbleche und Roste, die Sie nicht brauchen, vor dem Backen heraus. Sonst heizt der Ofen sie jedes Mal unnötig mit auf.

Rechenbeispiel: Was bringen die Tricks im Jahr?

Wie viel Strom Sie mit diesen Tricks sparen, hängt stark von Ihrem Ofen, Ihren Gerichten und Ihren Gewohnheiten ab. Ein Rechenbeispiel mit klar angenommenen Werten zeigt aber, in welcher Größenordnung sich das bewegen kann.

Angenommen, Sie sparen pro Backvorgang 0,3 kWh und backen zweimal pro Woche: 0,3 kWh mal 104 ergibt 31,2 kWh, bei 35 Cent rund 10,92 Euro im Jahr. Die 104 ergeben sich aus zwei Backvorgängen pro Woche mal 52 Wochen, die 35 Cent sind ein angenommener Strompreis pro Kilowattstunde.

Das klingt nach wenig, ist aber Geld, das Sie ohne Komfortverlust sparen. Backen Sie häufiger oder sparen Sie pro Durchgang mehr, fällt die Summe entsprechend höher aus. Ihren tatsächlichen Strompreis finden Sie auf Ihrer Stromrechnung. Mit Ihren eigenen Werten können Sie im Stromkosten-Rechner auf der Startseite nachrechnen.

Übrigens verbrauchen viele Backöfen mit Uhranzeige auch im ausgeschalteten Zustand ein wenig Strom. Was solche Dauerverbraucher im Haushalt übers Jahr kosten, lesen Sie im Beitrag zu den Standby-Stromkosten.

Fazit

Beim Backofen entscheiden oft Kleinigkeiten über den Stromverbrauch. Wer bei Aufläufen und Braten aufs Vorheizen verzichtet, Umluft nutzt, die Restwärme mitnimmt und die Tür geschlossen hält, spart bei fast jedem Backen etwas Energie, ohne dass das Essen darunter leidet.

Für kleine Portionen lohnt sich oft ein kleineres Gerät, und eine intakte Dichtung sorgt dafür, dass die Wärme dort bleibt, wo sie hingehört. Einzeln sind die Beträge überschaubar, über ein ganzes Jahr gerechnet kommt aber durchaus etwas zusammen.

Häufige Fragen

Ist Umluft für jedes Gericht geeignet?

Für die meisten Alltagsgerichte wie Aufläufe, Ofengemüse, Plätzchen oder Pizza funktioniert Umluft gut. Für Brot oder manche empfindlichen Kuchen empfehlen viele Rezepte dagegen Ober- und Unterhitze. Halten Sie sich in solchen Fällen an die Angaben im Rezept oder in der Bedienungsanleitung.

Ist eine Heißluftfritteuse immer sparsamer als der Backofen?

Nicht immer. Bei kleinen Mengen ist sie oft sparsamer, weil sie einen deutlich kleineren Garraum aufheizt. Wer dagegen für die ganze Familie mehrere Durchgänge nacheinander braucht, fährt mit einem vollen Blech im Backofen unter Umständen ähnlich gut oder besser.

Wie lässt sich herausfinden, wie viel Strom ein Backofen verbraucht?

Anhaltspunkte liefern die Bedienungsanleitung und das Energielabel Ihres Geräts. Steckdosen-Messgeräte helfen meist nicht weiter, weil Herd und Backofen in der Regel fest angeschlossen sind. Alternativ lesen Sie vor und nach dem Backen den Stromzähler ab und achten darauf, dass in dieser Zeit möglichst wenige andere Geräte laufen.

Quellen und Hintergrund

  • Verbraucherzentrale: Strom sparen beim Kochen und Backen
  • Umweltbundesamt (UBA): Energiesparend kochen und backen
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Energie sparen in der Küche

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 3. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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