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Stromfresser Standby: So viel kosten Fernseher, Router und Co. im Jahr

Fernseher, Router, Ladegerät: Viele Geräte ziehen auch dann Strom, wenn sie scheinbar aus sind. Mit einer einfachen Formel rechnen Sie selbst nach, was das kostet.

Hand drückt den Schalter einer Steckdosenleiste hinter einem Fernsehmöbel
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • 1 Watt rund um die Uhr ergibt 8,76 kWh im Jahr, bei 35 Cent pro kWh etwa 3,07 Euro.
  • Für viele neue Geräte gelten im Standby Obergrenzen von meist 0,5 bis 1 Watt.
  • Der Router läuft durchgehend: Bei 10 Watt sind das rund 30 Euro im Jahr.
  • Schaltbare Steckdosenleisten trennen mehrere Geräte mit einem Klick vom Netz.
Inhalt dieses Artikels
  1. Was bedeutet Standby eigentlich?
  2. Neue und alte Geräte: große Unterschiede
  3. So rechnen Sie die Kosten selbst aus
  4. Strommessgerät: So finden Sie die heimlichen Verbraucher
  5. Steckdosenleisten, Ladegeräte und was besser an bleibt
  6. Fazit
  7. Häufige Fragen

Abends ist der Fernseher aus, der Router blinkt leise vor sich hin, und am Ladegerät im Flur leuchtet ein winziges Lämpchen. Alles scheint aus, und doch fließt bei vielen Geräten weiter Strom.

Einzeln sind das oft nur wenige Watt. Weil sie aber rund um die Uhr anfallen, summieren sie sich übers Jahr zu einem Betrag, den kaum jemand auf dem Schirm hat. Wie viel es bei Ihnen ist, können Sie mit einer einfachen Formel selbst ausrechnen.

Was bedeutet Standby eigentlich?

Im Standby, auch Bereitschaftsmodus genannt, ist ein Gerät nicht wirklich ausgeschaltet. Es wartet zum Beispiel auf das Signal der Fernbedienung, hält eine Uhr am Laufen oder bleibt mit dem Heimnetz verbunden. Dafür braucht es ständig ein wenig Strom.

Ähnlich ist es bei Geräten mit Steckernetzteil ohne eigenen Netzschalter, etwa bei manchen Lautsprechern, Lampen oder Druckern. Das Netzteil steckt in der Steckdose und wandelt Strom um, auch wenn am Gerät selbst gerade nichts passiert. Ein guter Hinweis: Wird ein Netzteil warm, obwohl das Gerät aus ist, verbraucht es Strom.

Neue und alte Geräte: große Unterschiede

Für viele neue Elektrogeräte gelten in der Europäischen Union strenge Ökodesign-Vorgaben. Im reinen Standby sind dadurch meist nur noch 0,5 bis 1 Watt erlaubt. Für vernetzte Geräte, die etwa über das Heimnetz aufgeweckt werden können, gelten etwas höhere Grenzen.

Ältere Geräte stammen dagegen oft aus einer Zeit, in der es solche Vorgaben noch nicht oder nur in lockerer Form gab. Sie verbrauchen im Standby mitunter ein Vielfaches. Gerade bei älterer Technik lohnt sich deshalb ein genauer Blick.

So rechnen Sie die Kosten selbst aus

Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht. Sie brauchen nur die Leistung in Watt und die Zahl der Stunden, in denen das Gerät Strom zieht.

Formel: Watt mal Stunden geteilt durch 1000 ergibt Kilowattstunden (kWh). Die Kilowattstunden nehmen Sie dann mal Ihren Strompreis.

Ein Jahr hat 365 Tage mal 24 Stunden, also 8760 Stunden. Die Beispiele hier gehen von einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde aus. Ihr Tarif kann abweichen, den genauen Preis finden Sie auf Ihrer Stromrechnung.

  • 1 Watt rund um die Uhr: 1 mal 8760 geteilt durch 1000 ergibt 8,76 kWh im Jahr. Mal 0,35 Euro sind das etwa 3,07 Euro.
  • 10 Watt rund um die Uhr: 10 mal 8760 geteilt durch 1000 ergibt 87,6 kWh im Jahr. Mal 0,35 Euro sind das rund 30,66 Euro.

Als Faustregel gilt also: Jedes Watt, das ständig läuft, kostet bei diesem Preis rund 3 Euro im Jahr. Wer nicht selbst rechnen möchte, kann die Werte auch in den Stromkosten-Rechner auf der Startseite eintragen.

Beispieltabelle: Was einzelne Geräte im Jahr kosten können

Die folgenden Watt-Angaben sind Beispielwerte in typischen Größenordnungen, keine Messwerte bestimmter Modelle. Ihr Gerät kann deutlich darüber oder darunter liegen. Gerechnet ist jeweils mit 8760 Stunden im Jahr und 35 Cent pro Kilowattstunde.

Gerät (Beispiel)LeistungkWh pro JahrKosten pro Jahr
Neuer Fernseher im Standby0,5 Watt4,38rund 1,53 Euro
Älteres Gerät im Standby3 Watt26,28rund 9,20 Euro
Computer mit Monitor und Lautsprechern im Standby5 Watt43,8rund 15,33 Euro
Router im Dauerbetrieb10 Watt87,6rund 30,66 Euro
Mehrere ältere Geräte zusammen20 Watt175,2rund 61,32 Euro

Ein Fernseher, der täglich ein paar Stunden läuft, steht natürlich nicht das ganze Jahr im Standby. Sein tatsächlicher Standby-Anteil fällt daher etwas kleiner aus als in der Tabelle.

Der Router ist ein Sonderfall: Er ist nicht im Standby, sondern arbeitet rund um die Uhr. Bei 10 Watt kommen so gut 30 Euro im Jahr zusammen. Viele Router bieten an, das Funknetz nachts per Zeitschaltung abzuschalten. Ob das bei Ihrem Modell geht, steht in der Anleitung.

Strommessgerät: So finden Sie die heimlichen Verbraucher

Was ein Gerät tatsächlich verbraucht, zeigt ein Strommessgerät. Es wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zeigt die aktuelle Leistung in Watt an. Vielerorts kann man solche Messgeräte ausleihen, etwa bei Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.

So gehen Sie vor:

  1. Messgerät in die Steckdose stecken und das Gerät oder die Steckdosenleiste daran anschließen.
  2. Das Gerät so ausschalten, wie Sie es im Alltag auch tun, etwa mit der Fernbedienung.
  3. Einige Minuten warten und den Watt-Wert ablesen.
  4. Mit der Formel oben den Jahresverbrauch und die Kosten ausrechnen.

Sehr kleine Werte unter einem Watt zeigen einfache Messgeräte oft nur ungenau an. Für die Suche nach den großen Stromfressern genügen sie aber meist.

Steckdosenleisten, Ladegeräte und was besser an bleibt

Am bequemsten trennen Sie mehrere Geräte mit einer schaltbaren Steckdosenleiste vom Netz. So lassen sich etwa Fernseher, Lautsprecher und Spielkonsole mit einem Klick ausschalten.

Bei uns hängen Fernseher, Lautsprecher und die Spielkonsole der Kinder an einer gemeinsamen Leiste mit Schalter. Wer abends als Letzter ins Bett geht, drückt drauf. Das klappt inzwischen erstaunlich zuverlässig, meistens jedenfalls.

Moderne Ladegeräte für Handy und Co. verbrauchen ohne angeschlossenes Gerät nur sehr wenig. Trotzdem schadet es nicht, sie nach dem Laden aus der Steckdose zu ziehen, vor allem bei älteren Netzteilen.

Fazit

Standby ist kein riesiger Kostenblock, aber ein stetiger. Jedes Watt, das rund um die Uhr läuft, kostet bei 35 Cent pro Kilowattstunde rund 3 Euro im Jahr. Bei neuen Geräten ist das wenig, bei älterer Technik und Dauerläufern wie dem Router kommen schnell zweistellige Beträge zusammen.

Wer einmal mit einem Messgerät durch die Wohnung geht und die größten Verbraucher an eine schaltbare Leiste hängt, spart ohne Komfortverlust. Weitere Stellschrauben finden Sie bei der richtigen Kühlschrank-Temperatur und bei den Heizkosten.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Abschalten bei neuen Geräten überhaupt?

Bei einem modernen Gerät mit 0,5 Watt im Standby geht es um rund 1,50 Euro im Jahr. Das ist wenig, summiert sich aber über mehrere Geräte. Deutlich mehr bringt das Abschalten meist bei älterer Technik und bei Geräten, die im Bereitschaftsmodus mit dem Netzwerk verbunden bleiben.

Woran erkennt man, ob ein Gerät im Standby Strom verbraucht?

Leuchtende Lämpchen, Displays mit Uhrzeit oder ein warmes Netzteil sind deutliche Hinweise. Sicher wissen Sie es erst mit einem Strommessgerät. Es zeigt an, wie viele Watt das Gerät im ausgeschalteten Zustand tatsächlich zieht.

Wie viel kostet ein Watt Dauerverbrauch im Jahr?

Ein Watt rund um die Uhr ergibt 8,76 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem Beispielpreis von 35 Cent pro Kilowattstunde sind das etwa 3,07 Euro. Für Ihren eigenen Tarif setzen Sie einfach Ihren Preis in die Rechnung ein.

Quellen und Hintergrund

  • Umweltbundesamt: Stromsparen im Haushalt und Leerlaufverluste
  • Verbraucherzentrale: Standby-Verbrauch erkennen und vermeiden

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 2. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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