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Kühlschrank richtig einstellen: Diese Temperatur reicht völlig

Viele Kühlschränke laufen kälter als nötig und verbrauchen damit unnötig Strom. Mit der richtigen Temperatur und ein paar Handgriffen bleibt alles frisch, und die Stromrechnung sinkt.

Mann schaut in einen gut sortierten Kühlschrank, im mittleren Fach steht ein kleines Thermometer
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • Im mittleren Fach reichen in der Regel 7 Grad, das empfehlen auch die Verbraucherzentralen.
  • Jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch spürbar, häufig genannt werden rund 6 Prozent.
  • Am kältesten ist es meist unten über dem Gemüsefach, am wärmsten in der Tür.
  • Für Gefriergeräte gelten minus 18 Grad als üblicher Richtwert.
Inhalt dieses Artikels
  1. Welche Temperatur ist im Kühlschrank richtig?
  2. Temperaturzonen: Was gehört wohin?
  3. Was kostet ein zu kalter Kühlschrank?
  4. Sieben Handgriffe, die Strom sparen
  5. Fazit
  6. Häufige Fragen

Kühlschranktür auf, Milch raus, Tür zu: Kaum ein Gerät im Haushalt wird so oft geöffnet und so selten hinterfragt. Dabei läuft der Kühlschrank rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres.

Viele Geräte sind kälter eingestellt als nötig. Das kostet Strom, ohne dass Joghurt, Käse oder Gemüse davon profitieren. Die richtige Einstellung ist in wenigen Minuten erledigt und kostet nichts.

Welche Temperatur ist im Kühlschrank richtig?

Im mittleren Fach reichen in der Regel 7 Grad. Das empfehlen unter anderem die Verbraucherzentralen. Bei dieser Temperatur bleiben die meisten Lebensmittel gut gekühlt, und das Gerät muss nicht unnötig viel arbeiten.

Jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch spürbar. Häufig genannt wird ein Mehrverbrauch von rund 6 Prozent pro Grad. Wer also 4 statt 7 Grad einstellt, zahlt grob gerechnet knapp ein Fünftel mehr für den Kühlschrankstrom.

Die Ziffern am Drehregler sind übrigens meist keine Gradangaben, sondern Stufen. Bei vielen Geräten gilt: Je höher die Zahl, desto kälter. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf den Regler, sondern messen Sie nach.

Seit unsere beiden Kinder Teenager sind, steht die Kühlschranktür gefühlt öfter offen als zu. Seit einiger Zeit liegt deshalb ein kleines Thermometer im mittleren Fach, und mein Mann kontrolliert es mit erstaunlichem Eifer, vor allem nach dem Wocheneinkauf.

Temperaturzonen: Was gehört wohin?

Im Kühlschrank ist es nicht überall gleich kalt. Kalte Luft sinkt nach unten, deshalb ist es oben meist etwas wärmer und unten auf der Glasplatte über dem Gemüsefach am kältesten. Die Tür ist der wärmste Bereich, weil sie bei jedem Öffnen mit der Raumluft in Kontakt kommt.

Bei Geräten mit Umluftkühlung sind die Unterschiede kleiner, die Grundregel hilft aber auch dort beim Einräumen:

  • Unten über dem Gemüsefach: rohes Fleisch, Hackfleisch, Fisch und Wurst.
  • Mittleres Fach: Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Sahne.
  • Oberes Fach: Käse, Reste und bereits Gekochtes.
  • Gemüsefach: Obst, Gemüse und Salat, sofern sie in den Kühlschrank gehören.
  • Tür: Butter, Eier, Getränke und angebrochene Soßen wie Senf.

Was nach Ablauf des Verbrauchsdatums noch im Kühlschrank liegt, gehört nicht mehr auf den Teller. Worin sich dieses Datum vom Mindesthaltbarkeitsdatum unterscheidet, erklärt der Beitrag über Mindesthaltbarkeit und Verbrauchsdatum.

Was kostet ein zu kalter Kühlschrank?

Ein Rechenbeispiel macht es greifbar. Angenommen, Ihr Kühlschrank verbraucht 150 Kilowattstunden im Jahr. Den Jahresverbrauch finden Sie auf dem Energielabel oder in der Anleitung, er wird allerdings unter Normbedingungen ermittelt und kann im Alltag abweichen.

  • Stromkosten im Jahr: 150 kWh mal 0,35 Euro ergeben 52,50 Euro. Gerechnet ist mit einem Beispielpreis von 35 Cent pro Kilowattstunde, Ihr Tarif kann abweichen.
  • 3 Grad kälter als nötig: Nach der 6-Prozent-Faustregel kommen grob 18 Prozent hinzu. Das sind 150 mal 0,18, also etwa 27 kWh.
  • Mehrkosten: 27 kWh mal 0,35 Euro ergeben rund 9,45 Euro im Jahr.

Das ist kein Vermögen, aber Geld, das Sie ohne jeden Komfortverlust sparen. Wer es genauer wissen will, misst den Verbrauch mit einem Strommessgerät über 24 Stunden. Viele Geräte zeigen die verbrauchten Kilowattstunden direkt an, den Tageswert nehmen Sie dann mal 365.

Kennen Sie stattdessen die durchschnittliche Leistung, gilt: Watt mal Stunden geteilt durch 1000 ergibt Kilowattstunden. Bequemer geht es mit dem Stromkosten-Rechner auf der Startseite. Mit demselben Messgerät spüren Sie übrigens auch heimliche Standby-Verbraucher auf.

Sieben Handgriffe, die Strom sparen

  1. Richtiger Standort: Stellen Sie den Kühlschrank nicht direkt neben Herd, Backofen, Spülmaschine oder Heizkörper und nicht in die pralle Sonne. Je wärmer die Umgebung, desto mehr muss er arbeiten.
  2. Rückseite freihalten: Über die Rückseite gibt das Gerät Wärme ab. Halten Sie den Abstand zur Wand ein, den die Anleitung nennt, und decken Sie Lüftungsgitter nicht zu. Staub entfernen Sie ab und zu vorsichtig, vorher den Stecker ziehen.
  3. Warme Speisen abkühlen lassen: Heißes gehört nicht direkt hinein, weil das Gerät sonst gegen die Wärme ankämpfen muss. Lassen Sie Speisen zügig abkühlen, etwa in flachen Gefäßen, und stellen Sie sie dann zeitnah kalt. Stundenlang bei Zimmertemperatur sollten sie nicht stehen.
  4. Dichtung prüfen: Klemmen Sie ein Blatt Papier in die geschlossene Tür und ziehen Sie daran. Rutscht es ohne Widerstand heraus, schließt die Dichtung an dieser Stelle nicht mehr richtig. Testen Sie mehrere Stellen rundum.
  5. Gefriergerät auf minus 18 Grad: Das ist der übliche Richtwert für Tiefkühlkost. Kälter einzustellen kostet zusätzlichen Strom und bringt im Haushalt in der Regel keinen Vorteil.
  6. Rechtzeitig abtauen: Eine dicke Eisschicht im Gefrierfach wirkt wie eine Dämmung, und das Gerät braucht mehr Energie. Kratzen Sie Eis nie mit spitzen Gegenständen ab. Geräte mit automatischer Abtaufunktion, oft No-Frost genannt, erledigen das selbst.
  7. Tür nur kurz öffnen: Überlegen Sie vorher, was Sie brauchen, statt bei offener Tür zu suchen. Ein gut sortierter Kühlschrank hilft dabei.

Fazit

Sieben Grad im mittleren Fach reichen in der Regel völlig aus. Jedes Grad kälter treibt den Stromverbrauch spürbar nach oben, ohne dass die meisten Lebensmittel etwas davon haben. Ein Thermometer zeigt, ob Ihr Regler richtig steht.

Wer zusätzlich nach Zonen einräumt, die Dichtung prüft und das Gerät nicht neben den Herd stellt, spart dauerhaft Strom. Und Hackfleisch, Fisch und rohes Fleisch bleiben dort, wo es am kältesten ist: ganz unten.

Häufige Fragen

Sind 7 Grad im Kühlschrank nicht zu warm?

Für die meisten Lebensmittel reichen 7 Grad im mittleren Fach in der Regel aus. Empfindliche Waren wie rohes Fleisch, Hackfleisch und Fisch gehören ohnehin in den kältesten Bereich ganz unten. Wichtig ist, dass Sie die Temperatur mit einem Thermometer kontrollieren, statt sich nur auf den Regler zu verlassen.

Wie oft sollte man das Gefrierfach abtauen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Sobald sich eine deutlich sichtbare Eisschicht gebildet hat, lohnt sich das Abtauen, weil Eis isoliert und den Stromverbrauch erhöht. Geräte mit automatischer Abtaufunktion müssen in der Regel nicht von Hand abgetaut werden.

Was bringt ein Thermometer im Kühlschrank?

Die Ziffern am Regler sind meist nur Stufen und verraten nicht die tatsächliche Temperatur. Ein Thermometer zeigt, ob Ihr Kühlschrank zu warm oder unnötig kalt eingestellt ist. So sparen Sie Strom, ohne die Frische Ihrer Lebensmittel aufs Spiel zu setzen.

Quellen und Hintergrund

  • Verbraucherzentrale: Kühlschrank richtig einstellen und Strom sparen
  • Bundeszentrum für Ernährung: Lebensmittel richtig im Kühlschrank lagern
  • Umweltbundesamt: Energiesparen bei Kühlgeräten und Gefriergeräten

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 2. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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