Hände richtig waschen: Diese 5 Schritte schützen in der Erkältungszeit
Hände waschen kann jeder? Stimmt, aber oft zu kurz und zu flüchtig. Mit fünf einfachen Schritten machen Sie es richtig und senken in der Erkältungszeit das Risiko, Erreger weiterzugeben.
Das Wichtigste in Kürze
- Gründliches Händewaschen gehört zu den wirksamsten Maßnahmen gegen die Übertragung vieler Krankheitserreger.
- Die Hände 20 bis 30 Sekunden einseifen, auch Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Nägel.
- Die Wassertemperatur ist für die Reinigung nicht entscheidend, lauwarm ist für die Haut angenehm.
- Desinfektionsmittel sind im Alltag zu Hause meist nicht nötig, Wasser und Seife reichen.
Inhalt dieses Artikels
Nach Hause kommen, Jacke an den Haken, kurz die Hände unters Wasser halten, fertig. So oder so ähnlich sieht Händewaschen im Alltag oft aus. Gründlich ist das allerdings nicht, und gerade jetzt, wenn Erkältungen und andere Infekte wieder die Runde machen, lohnt sich ein genauerer Blick.
Denn Händewaschen ist eine der einfachsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen, um die Übertragung vieler Infektionserreger zu verringern. Darauf weisen Gesundheitsbehörden wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), immer wieder hin. Entscheidend ist allerdings, wie man es macht.
Warum Händewaschen so viel bringt
Über die Hände kommen wir ständig mit Krankheitserregern in Kontakt: an Türklinken, Haltegriffen in Bus und Bahn, am Einkaufswagen oder beim Händeschütteln. Fasst man sich anschließend an Mund, Nase oder Augen, können Erreger über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Fachleute sprechen dann von einer Schmierinfektion.
Viele Erkältungsviren werden nicht nur über Tröpfchen in der Luft, sondern auch auf diesem Weg weitergegeben. Seife löst Fett und Schmutz von der Haut und damit auch Keime, die daran haften, beim Abspülen werden sie weggespült. Bei manchen Viren, die von einer Fetthülle umgeben sind, kann Seife diese Hülle zudem angreifen.
Händewaschen ist kein vollständiger Schutz, aber ein wirksamer Baustein. Zusammen mit Husten und Niesen in die Armbeuge und regelmäßigem Stoßlüften senkt es das Risiko, sich selbst oder andere anzustecken.
Die 5 Schritte: So waschen Sie Ihre Hände richtig
Die folgenden fünf Schritte entsprechen den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden. Mit etwas Übung gehen sie schnell in Fleisch und Blut über.
- Hände unter fließendes Wasser halten. Die Temperatur können Sie so wählen, wie es Ihnen angenehm ist. Für die Reinigung macht sie keinen entscheidenden Unterschied, lauwarmes Wasser empfinden die meisten als angenehm.
- Hände gründlich einseifen. Und zwar rundum: Handinnenflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerkuppen und Fingernägel. Gerade Daumen und Fingerkuppen werden leicht vergessen.
- Seife 20 bis 30 Sekunden sanft einreiben. So lange dauert gründliches Händewaschen. Das ist länger, als es sich anfühlt.
- Hände unter fließendem Wasser abspülen. Den Schaum dabei vollständig abwaschen.
- Hände sorgfältig abtrocknen. Auch die Fingerzwischenräume nicht vergessen. Zu Hause sollte jede Person ihr eigenes Handtuch benutzen, in öffentlichen Toiletten sind Einmalhandtücher am besten geeignet.
Wann Händewaschen besonders wichtig ist
Niemand muss sich ständig die Hände waschen. Es gibt aber Situationen, in denen es besonders zählt:
- nach dem Nachhausekommen,
- vor dem Essen und vor dem Zubereiten von Mahlzeiten,
- vor und nach dem Umgang mit rohem Fleisch, Geflügel oder Fisch,
- nach dem Toilettengang und nach dem Wickeln,
- nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen,
- nach dem Kontakt mit Tieren, Tierfutter oder Tierspielzeug,
- nach dem Hinausbringen des Mülls,
- vor und nach dem Kontakt mit kranken Menschen.
Mit zwei Teenagern im Haus weiß ich: Händewaschen nach dem Heimkommen ist keine Regel, die man einmal erklärt und dann abhaken kann. Bei uns hat deshalb jeder ein eigenes Handtuch in einer eigenen Farbe, und die Erinnerung vor dem Griff in den Kühlschrank gehört wohl noch eine Weile zu meinem Standardprogramm. Nach der Runde mit Frieda geht mein erster Weg ohnehin ans Waschbecken.
Seife, Desinfektionsmittel und der Wasserhahn
Flüssigseife oder Stückseife?
Zu Hause sind Flüssigseife und Stückseife gleichermaßen geeignet. Stückseife sollte zwischen den Anwendungen gut abtrocknen können, etwa in einer Seifenschale mit Ablauf. In öffentlichen Waschräumen gilt Flüssigseife aus dem Spender als die hygienischere Wahl.
Ist Desinfektionsmittel zu Hause nötig?
Im Alltag zu Hause in der Regel nicht. Gründliches Waschen mit Wasser und normaler Seife reicht für den üblichen Gebrauch aus, spezielle antibakterielle Seifen braucht es dafür nicht. In besonderen Situationen, etwa bei bestimmten ansteckenden Erkrankungen im Haushalt oder einem stark geschwächten Immunsystem, sprechen Sie das Vorgehen am besten mit der Arztpraxis ab.
Unterwegs, wenn kein Waschbecken in Reichweite ist, kann ein Händedesinfektionsmittel eine Alternative sein. Es ersetzt aber nicht das Waschen, wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind.
Den Wasserhahn hygienisch zudrehen
Frisch gewaschene Hände sollen nicht gleich wieder am Wasserhahn verschmutzen. In öffentlichen Waschräumen können Sie den Hahn deshalb mit dem Einmalhandtuch oder dem Ellenbogen schließen. Zu Hause genügt es meist, die Armatur regelmäßig zu reinigen.
Hautpflege: Damit häufiges Waschen nicht austrocknet
Wer sich oft die Hände wäscht, merkt es spätestens im Winter: Die Haut wird trocken, spannt oder bekommt kleine Risse. Seife entfernt nicht nur Schmutz, sondern auch einen Teil der hauteigenen Fette. Dazu kommt die trockene Luft in der Heizsaison, über die Sie im Beitrag zur Luftfeuchtigkeit und Heizungsluft mehr erfahren.
So bleibt die Haut geschmeidig:
- Nicht zu heiß waschen, lauwarmes Wasser schont die Haut.
- Sanft abtupfen statt kräftig zu rubbeln.
- Nach dem Waschen, vor allem abends, eine rückfettende Handcreme verwenden.
- Bei Arbeiten mit Wasser oder Putzmitteln Haushaltshandschuhe tragen.
Fazit
Richtig Hände waschen dauert kaum länger als eine Minute: unter fließendes Wasser, gründlich einseifen, 20 bis 30 Sekunden einreiben, abspülen, sorgfältig abtrocknen. Wer das in den wichtigen Momenten des Tages konsequent tut, verringert das Risiko, Erkältungserreger und andere Keime weiterzugeben oder selbst aufzunehmen.
Teure Spezialprodukte braucht es dafür nicht. Normale Seife, ein eigenes Handtuch und etwas Handcreme für die Pflege reichen völlig aus.
Häufige Fragen
Reicht es, die Hände nur mit Wasser abzuspülen?
Wasser allein entfernt zwar groben Schmutz, aber deutlich weniger Keime als Wasser mit Seife. Seife löst Fett und Schmutz, an denen viele Erreger haften. Für gründliches Händewaschen gehört Seife deshalb dazu.
Ist heißes Wasser hygienischer als kaltes?
Nein, die Wassertemperatur ist für die Entfernung von Keimen beim Händewaschen nicht entscheidend. Wasser, das heiß genug wäre, um Erreger abzutöten, würde die Haut verbrühen. Lauwarmes Wasser ist angenehm und schont die Haut.
Wie oft sollte man das Handtuch wechseln?
Eine feste Regel gibt es nicht. Wichtig ist, dass jede Person ein eigenes Handtuch nutzt, dass es zwischendurch gut trocknen kann und regelmäßig gewaschen wird. Ist jemand im Haushalt krank, sollten Sie die Handtücher häufiger wechseln.
Quellen und Hintergrund
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Infektionsschutz und richtiges Händewaschen
- Robert Koch-Institut: Händehygiene und Infektionsprävention
- Weltgesundheitsorganisation: Händehygiene
Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 2. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.
Sabine Müller
Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg
Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.
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