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Einmal pro Woche neu starten: Warum das Ihrem Smartphone wirklich hilft

Viele Smartphones laufen wochenlang ohne Pause, dabei empfiehlt ausgerechnet ein US-Geheimdienst einen wöchentlichen Neustart. Hier erfahren Sie, was der Handgriff bewirkt und wo seine Grenzen liegen.

Eine junge Frau im hellen Strickpullover sitzt am Tisch und blickt auf ihr Smartphone, das gerade mit einem Ladekreis neu startet.
Symbolbild (KI-generiert) · Müller Sabine

Das Wichtigste in Kürze

  • Der US-Geheimdienst NSA empfiehlt, das Smartphone etwa einmal pro Woche aus- und wieder einzuschalten.
  • Ein Neustart kann Angriffe stoppen, deren Schadcode nicht dauerhaft auf dem Gerät verankert ist.
  • Updates, sichere Sperre und Zwei-Faktor-Anmeldung bleiben wichtiger als jeder Neustart.
  • Ein Neustart löscht keine Daten, anders als das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.
Inhalt dieses Artikels
  1. Was die NSA genau empfiehlt
  2. Was ein Neustart nicht kann
  3. Mehr als Sicherheit: Was der Neustart im Alltag bringt
  4. So starten Sie Ihr Smartphone richtig neu
  5. Wie oft ist ein Neustart sinnvoll?
  6. Fazit
  7. Häufige Fragen

Wann haben Sie Ihr Smartphone zuletzt richtig ausgeschaltet? Bei vielen Menschen liegt das Wochen zurück, manchmal sogar Monate. Das Gerät wird nachts geladen, morgens vom Nachttisch genommen und läuft einfach weiter.

Ausgerechnet ein Geheimdienst rät zu einer anderen Gewohnheit. Der US-Geheimdienst NSA empfiehlt in seinen Hinweisen zur sicheren Nutzung mobiler Geräte, das Smartphone etwa einmal pro Woche aus- und wieder einzuschalten. Was steckt hinter diesem Rat, was bringt der Handgriff im Alltag, und wo sind seine Grenzen?

Was die NSA genau empfiehlt

Die National Security Agency, kurz NSA, ist in den USA auch für Fragen der Cybersicherheit zuständig. In ihren Hinweisen für Smartphones und Tablets findet sich neben vielen anderen Ratschlägen einer, der fast banal klingt: das Gerät ungefähr einmal pro Woche aus- und wieder einschalten.

Begründet wird das mit der Sicherheit. Ein Neustart kann bestimmte Angriffe erschweren, und zwar solche, deren Schadcode sich nicht dauerhaft auf dem Gerät einnistet. Manche Schadprogramme laufen nur im Arbeitsspeicher, also dort, wo das Smartphone während des Betriebs Programme und Daten vorübergehend ablegt. Wird das Gerät ausgeschaltet, wird dieser Speicher geleert, und der Angriff ist erst einmal unterbrochen.

Was sind Zero-Click-Angriffe?

In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff Zero-Click-Angriff. Der Name sagt es schon: Sie müssen dafür nichts anklicken, keinen Link öffnen und keinen Anhang herunterladen. Unter Umständen reicht es, dass eine präparierte Nachricht auf dem Gerät eintrifft und eine Sicherheitslücke in einer App oder im Betriebssystem ausnutzt.

Manche dieser Angriffe sind nicht dauerhaft auf dem Gerät verankert, ein Neustart kann sie dann beenden. Zur Einordnung gehört aber auch: Solche Angriffe sind aufwendig und richten sich meist gezielt gegen ausgewählte Personen. Für die allermeisten Privatleute sind betrügerische Nachrichten, gefälschte Webseiten und unseriöse Apps die deutlich größere Gefahr.

Was ein Neustart nicht kann

Ein Neustart ist kein Virenschutz und kein Ersatz für die Grundregeln der Sicherheit. Schadsoftware, die sich dauerhaft eingenistet hat, etwa über eine heimlich installierte App, übersteht ein Aus- und Einschalten in der Regel problemlos. Auch gegen Betrug hilft er nicht: Wer Zugangsdaten auf einer gefälschten Seite eingetippt hat, bekommt sie durch einen Neustart nicht zurück.

Diese Gewohnheiten bleiben deshalb wichtiger:

  • Sicherheitsupdates installieren: Updates für Betriebssystem und Apps schließen bekannte Lücken, oft genau jene, die Angreifer ausnutzen. Am bequemsten sind automatische Updates.
  • Sichere Bildschirmsperre nutzen: eine PIN mit mehreren Stellen, ein Passwort, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Einfache Wischmuster oder Zahlenfolgen wie 1234 sind schnell erraten.
  • Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren: Für wichtige Konten wie E-Mail oder soziale Netzwerke sollte, wo möglich, ein zweiter Faktor eingeschaltet sein.
  • Vorsicht bei Links und Apps: Links in unerwarteten SMS oder Messenger-Nachrichten nicht antippen, Apps nur aus den offiziellen Stores laden und deren Berechtigungen kritisch prüfen.

In Deutschland gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) allgemeine Sicherheitstipps für Smartphones, etwa Updates zeitnah zu installieren und das Gerät mit einer Bildschirmsperre zu schützen. Den wöchentlichen Neustart verstehen Sie am besten als kleine Ergänzung zu diesen Regeln, nicht als Ersatz.

Mehr als Sicherheit: Was der Neustart im Alltag bringt

Der Neustart hat auch eine ganz praktische Seite. Die Frage aus jeder Telefon-Hotline, ob man das Gerät schon einmal aus- und wieder eingeschaltet hat, kommt nicht von ungefähr. Beim Ausschalten wird der Arbeitsspeicher geleert, und Hintergrundprozesse, die sich womöglich aufgehängt haben, werden beendet.

Wenn das Smartphone ruckelt, eine App immer wieder abstürzt oder die WLAN-Verbindung hakt, kann ein Neustart deshalb helfen. Kann, nicht muss: Moderne Betriebssysteme verwalten ihren Speicher recht gut, und ein frisch gestartetes Gerät ist nicht automatisch schneller als eines, das seit drei Tagen läuft.

Ähnlich ist es beim Akku. Hängt eine App im Hintergrund fest und zieht ungewöhnlich viel Strom, kann der Neustart Abhilfe schaffen. Einen gealterten Akku macht er aber nicht wieder fit. Bleiben Probleme auch nach einem Neustart bestehen, steckt meist mehr dahinter, etwa eine fehlerhafte App, ein fast voller Speicher oder ein Defekt.

Strom sparen Sie durch die kurze Pause übrigens kaum, die Minuten ohne Betrieb fallen nicht ins Gewicht. Wo sich Abschalten im Haushalt wirklich lohnt, lesen Sie im Beitrag über Standby-Stromkosten.

So starten Sie Ihr Smartphone richtig neu

Die Bezeichnungen der Tasten und Menüs unterscheiden sich je nach Hersteller und Softwarestand ein wenig. Im Grundsatz funktioniert der Neustart aber überall ähnlich.

Android-Smartphones

  1. Halten Sie die Ein-/Aus-Taste an der Seite gedrückt, bis ein Menü erscheint. Bei manchen Geräten müssen Sie dafür gleichzeitig eine Lautstärketaste drücken.
  2. Tippen Sie auf „Neu starten“. Alternativ wischen Sie von oben die Schnelleinstellungen herunter und tippen dort auf das Ein-/Aus-Symbol.
  3. Warten Sie, bis das Gerät wieder hochgefahren ist, und entsperren Sie es mit Ihrer PIN oder Ihrem Passwort.

Manche Android-Geräte bieten in den Einstellungen außerdem einen automatischen Neustart zu einer festen Uhrzeit an. Wo die Funktion steckt und ob es sie gibt, hängt vom Hersteller ab.

iPhone

  1. Bei Geräten ohne Home-Taste halten Sie die Seitentaste und eine Lautstärketaste gleichzeitig gedrückt, bis der Schieberegler zum Ausschalten erscheint. Bei Geräten mit Home-Taste genügt es, die Seitentaste gedrückt zu halten.
  2. Ziehen Sie den Regler zur Seite und warten Sie etwa 30 Sekunden, bis das Gerät ganz aus ist.
  3. Halten Sie die Seitentaste gedrückt, bis das Herstellerlogo erscheint.

Alternativ finden Sie in den Einstellungen unter „Allgemein“ ganz unten den Punkt „Ausschalten“. Reagiert ein Smartphone gar nicht mehr, gibt es bei den meisten Geräten zusätzlich eine Tastenkombination für einen erzwungenen Neustart. Welche das ist, steht in der Anleitung des Herstellers, für die wöchentliche Routine brauchen Sie sie nicht.

Wie oft ist ein Neustart sinnvoll?

Die NSA nennt als Richtwert etwa einmal pro Woche. Häufiger schadet nach heutigem Wissen nicht, ist für die meisten Menschen aber unnötig. Wer es einmal vergisst, muss sich ebenfalls keine Sorgen machen, entscheidend ist die regelmäßige Gewohnheit.

Am leichtesten klappt das mit einem festen Termin, etwa am Sonntagabend. Ein guter Anlass für den Start der neuen Routine ist der 25. Oktober: Dann endet die Sommerzeit, und Ihr Smartphone stellt die Uhr in der Regel von selbst um. Was sich sonst noch ändert, steht im Beitrag zur Zeitumstellung am 25. Oktober 2026.

Bei uns ist der Neustart inzwischen ein fester Teil des Sonntagabends. Meine beiden Teenager haben anfangs die Augen verdreht, weil das Handy ganze zwei Minuten nicht erreichbar war. Inzwischen erinnert mich manchmal sogar eines der Kinder daran.

Fazit

Der wöchentliche Neustart ist ein kleiner, kostenloser Handgriff mit echtem Nutzen. Er kann Angriffe unterbrechen, deren Schadcode nur im Arbeitsspeicher steckt, und er räumt hängende Hintergrundprozesse auf, was gegen Ruckeln helfen kann. Nicht ohne Grund nennt die NSA ihn in ihren Sicherheitshinweisen.

Ein Schutzschild ist er aber nicht. Updates, eine sichere Bildschirmsperre, die Zwei-Faktor-Anmeldung und ein gesundes Misstrauen gegenüber Links und unbekannten Apps bleiben die eigentliche Grundlage. Wer beides verbindet, ist auf einem guten Weg.

Häufige Fragen

Werden bei einem Neustart Daten gelöscht?

Nein, Fotos, Nachrichten, Kontakte und Apps bleiben erhalten. Geleert wird nur der Arbeitsspeicher, also die vorübergehend abgelegten Daten laufender Programme. Gelöscht wird das Gerät erst beim Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.

Schützt ein Neustart vor Viren und Hackern?

Nur teilweise. Er kann Angriffe unterbrechen, die nicht dauerhaft auf dem Gerät verankert sind, entfernt aber keine fest eingenistete Schadsoftware. Sicherheitsupdates und Vorsicht bei Links und Apps bleiben deshalb unverzichtbar.

Ist Ausschalten genauso gut wie die Funktion Neu starten?

Ja, für den beschriebenen Zweck ist beides gleichwertig, denn in beiden Fällen wird der Arbeitsspeicher geleert. Die NSA spricht ausdrücklich vom Aus- und Wiedereinschalten. Bequemer ist meist die Funktion „Neu starten“, weil das Gerät dann von selbst wieder hochfährt.

Quellen und Hintergrund

  • National Security Agency (NSA): Hinweise zur sicheren Nutzung mobiler Geräte
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Allgemeine Sicherheitstipps für Smartphones

Dieser Artikel wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien recherchiert und zuletzt am 5. Oktober 2026 geprüft. Die Angaben ersetzen keine individuelle Beratung.

Sabine Müller

Sabine Müller

Gründerin und Chefredakteurin · Breisgau, Baden-Württemberg

Sabine Müller schreibt seit über 20 Jahren über Haushalt, Garten, Ernährung und Verbraucherfragen. Die gelernte Redakteurin lebt mit ihrer Familie, Hündin Frieda und Kater Moritz im Breisgau und testet viele Alltagstipps zuerst im eigenen Zuhause.

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